IT-Infrastrukturen für die medizinische Forschung

Zuletzt aktualisiert: 31 Oktober 2016

Medizinische Forschung kann ganz einfach - und sehr komplex sein. Das CIO Marburg bietet Ihnen die passende IT-Infrastruktur.

  • Manchmal geht es nur um eine kleine klinische Studie in der eigenen Klinik. Aber wer kümmert sich schon gern selbst um Datensicherung und Zugriffsschutz?
  • Manche Kooperationen wachsen langsam zu großen Verbünden heran, aus kleinen Registern werden große Studiendatenbanken. 
  • Effektive nationale medizinische Netzwerke wachsen ständig und können unbeherrschbar werden, wenn die IT sie nicht richtig unterstützt.
  • Internationale Kooperationen und Netze benötigen praktikable Strukturen.

Für alles findet das CIO Marburg die richtige Lösung. Hier nur einige Beispiele von vielen:

Komponenten der IT-Infrastruktur des KKNMS
  Im 6. Jahr des Ausbaus ist die IT-Infrastruktur des Kompetenznetzes Multiple Sklerose schon recht komplex.

Zentraler Mittelpunkt ist die Studiendatenbank, in die inzwischen 11 Teilprojekte mit ihren medizinischen Daten eingehängt sind. Da alle Projekte konsequent dem einheitlichen Data Dictionary des KKNMS folgen, sind übergreifende Datenauswertungen leicht möglich.
Biomaterialien werden in den Biobanken München, Münster und Göttingen gelagert. Alle Materialentnahmen sind in der Studiendatenbank dokumentiert. Informationen, die auch in der Zentralen Biomaterialverwaltung gebraucht werden, wie Bioproben-Qualitätsparameter bei Entnahme und Versand, oder auch Patienten-Widerrufe, die Konsequenzen für die weitere Verwendung von Biomaterialien haben, werden in regelmäßigen Updates vollautomatisch an die Biomaterialverwaltung übergeben.
Die Zentrale Biomaterialverwaltung verwaltet alle Bioproben des Netzwerks, ihre Qualitätsparameter und derzeitigen Lagerorte, unabhängig davon, wo die Proben wirklich lagern.
Die Zentrale Patientenliste enthält die identifizierenden Patientendaten und erlaubt es, Patienten auch bei Namens- oder Wohnortswechseln wiederzuerkennen.
Viele Projekte steuern MRT-Bilder für die Zentrale Bilddatenbank bei.
Datenquellen für die Zentrale Studiendatenbank sind außerdem Patientenfragebögen auf Papier, die eingescannt und über OCR interpretiert und digitalisiert an die Studiendatenbank übergeben werden oder auch medizinische Daten aus lokal in Praxen betriebenen MS-Dokumentationssystemen, die in regelmäßigen Intervallen die Studiendatenbank weiter füllen.
In den DECIMS-Projekten haben die teilnehmenden Patienten einen eigenen Zugang und tragen ihre Daten selbst via Internet ein.

 

GMDS Poster gekürzt neu

Gesteuerter Peer Review Prozess im Europäischen chILD-EU Netz

 

Das Europäische chILD-EU Netz bemüht sich um eine bessere klinische Charakterisierung von "Rare childhood interstitial lung diseases" mit der äußerst geringen Inzidenz von 0.5-1 : 100.000 Fällen in Europa. Experten sind rar und arbeiten über ganz Europa verteilt.
Basis jeder weiteren Datenerhebung ist die Erstellung einer durch Peer Review gesicherten klinischen Diagnose für jeden einzelnen Verdachtsfall, der dem chILD-EU aus einem der Teilnehmerländer (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Türkei) gemeldet wird.
Dabei begnügt sich das Netz nicht damit, nur die Expertenmeinungen in der Datenbank zu speichern. Die komplexe Logistik der pro Verdachtsfall unterschiedlichen Peer Review Prozesse wird ohne Zeitverzögerung und für jeden Beteiligten transparent über die EDC-Datenbank gesteuert; die angefragten Experten werden über einen neuen Fall sofort per Email informiert, datenschutzkonform und revisionssicher in der Datenbank gespeichert.

PPPMI Karte 2

Auch mit großen Dateien Grenzen überwinden in der PPPMI

 

Zentren in den USA und Europa luden innerhalb der PPPMI (Prodomal Parkinson Disease in the Parkinson Progression Marker Initiative, gefördert von der Michael J. Fox Foundation) umfangreiche Schlaflaborableitungen in eine gemeinsame Datenbank. Die einzelnen EDF-Dateien konnten bis zu 800 MB groß sein. Neue Dateien wurden dem Zentrum in Deutschland gemeldet, die sie evaluierte und die Ergebnisse ihrer Bewertung in der Datenbank speicherte.
Je nach Geschwindigkeit der verfügbaren Internet-Verbindung in den Zentren konnte das Hochladen der EDF-Dateien mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Um dies reibungslos und unterbrechungsfrei in einem Projekt zu ermöglichen, dessen Zentren in so vielen verschiedenen Zeitzonen arbeiten, wurde das Konzept der EDC-System-Spiegelung entwickelt und umgesetzt: Updates nimmt die Instanz entgegen, die gerade frei ist, und gibt sie im Laufe des Tages an die Schwesterinstanz weiter; die täglichen Datensicherungen erfolgen entsprechend zeitlich versetzt. So mussten sich die Zentren in den USA und in Deutschland gar nicht mehr um Wartungszeiten kümmern und konnten ihre großen Dateien jahrelang ohne jede Unterbrechung rund um die Uhr in die Datenbank einspeisen.